Singapur ist nur 20 Minuten entfernt

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Ein kleines Projekt, oder Was die Maker-Szene auszeichnet.

Beim Stöbern in Thingiverse bin ich vor einigen Tagen auf ein sehr interessantes Projekt gestoßen – ein klappbares Mini-Lab für den Raspberry 4 mit einem kleinen Breadboard.

Da ich nicht viel mit dem Raspberry bastle, sondern Arduino und im Moment eher den ESP32 bevorzuge, dachte ich darüber nach, ein vergleichbares Projekt für den ESP zu entwickeln. Aus Faulheit, aber auch weil das Original so liebevoll im Detail entwickelt war, wollte ich es nicht schlicht abkupfern. Stattdessen habe ich den Entwickler angeschrieben und ihm geschildert, was ich vorhabe und ihn gefragt, ob er mir nicht die Sourcen zur Verfügung stellen könne. Ich habe ihm mitgeteilt, daß ich mit Fusion 360 arbeite und gerade einmal 20 Minuten später bekam ich eine Nachricht mit einem Link zu einer Datei namens „minilan_Pi3.step“ auf Google Drive.

Ich hatte zwar noch nie eine STEP-Datei gesehen, versuchte aber direkt sie in Fusion zu importieren. Und voila – ich hatte das Gewünschte in Fusion und konnte loslegen.

Erstmal hab ich es mir von allen Seiten angesehen und einige Dinge entdeckt, die ich gern ändern würde: Kanten abrunden, überflüssige Verstärkungen entfernen, Löcher ändern und, und, und. Aber das Design war so wundervoll erstellt, das Scharnier mit der Achse aus Filament, beide Gehäuseteile, die geschmeidig geöffnet zu einem Ganzen auf dem Tisch werden – obwohl es schon spät war – ich konnte nicht anders, als meinen ersten Prototyp zu bauen. Als erstes animierte ich die beiden Teile mit dem Scharnier als ein Gelenk. So konnte ich sehen, ob alles passt, wenn es geschlossen wird. Das war meine erste Erfahrung mit Gelenken in Fusion. Es brauchte ein wenig,

aber dann bewegte es sich auf dem Bildschirm tatsächlich.
Nun , da es sich bewegte, wollte ich natürlich mehr. Das Design war mir an einer Schnittstelle der beiden Gehäusehälften zu eckig, also rundete ich es an beiden Hälften um den gleichen Radius ab. Auf dem Bildschirm zusammenklappen und …. yeahhh…. es passte. Ich entfernte die Löcher für die Anschlüsse und druckte parallel schon mal das Unterteil für das Breadboard. Nun war aber erstmal Pause angesagt. Am nächsten Morgen hab ich die Oberseite gedruckt, erstmal ohne das Loch für das USB Kabel.

Da ich dem Original Schließmechanismus mit der Lasche nicht viel abgewinnen konnte, erstellte ich noch eine Konstruktion für einen kleinen Neodym Magneten als Schließmechanismus

Da ich hier gern eine Universalplatine von meinem Kumpel Reinhard einbauen wollte, holte ich mir die erstmal ab. Leider war sie viel, viel zu groß. Aber Reinhard bot an, eine Custom-Platine für dies Case zu entwerfen. In der Zwischenzeit habe ich die vorhandene Platine erstmal klein gesägt, so daß die wichtigsten Funktionen erhalten blieben. Platine bestückt, eingesetzt und das Loch für den USB Anschluß gebohrt und gefeilt – fertig war mein Prototyp.

Soweit so gut. Ich war erstmal zufrieden, wollte aber auch etwas zurückgeben und meinerseits etwas zu Thingiverse hochladen. Mit einer solchen Platine wäre es jedoch für Fremde ziemlich nutzlos. Also musste eine andere Lösung her. Da ein ESP32 nicht sinnvoll auf ein Standard- Breadboard passt, musste eine universelle Lösung her, die jeder bauen kann. Ich zersägte ich ein Breadboard der Lange nach in mehrere Teile und konstruierte die entsprechende Gehäusehälfte so, daß der ESP32 genau drauf passt und möglichst viele Pins eingesteckt werden können.


Dazu noch das Loch für USB und ich konnte diese Gehäusehälfte neu drucken. Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden.

Nun noch ein paar Bilder erstellt und das Ergebnis auf Thingiverse hochgeladen. Beim verlinken des Originalmodells stellte ich fest, daß der Entwickler in Singapur wohnt. So ist letztendlich ein kleines, weltumspannendes Projekt daraus geworden. Ich bin immer wieder fasziniert von unserer Maker-Szene. Man hilft sich und es gibt relativ wenige Animositäten oder Futterneid. Wo gibt es so etwas sonst noch?

Anton, der Entwickler des Originalmodells hat mir inzwischen geschrieben und sich für die Verlinkung bedankt. Er schreibt, daß ihm von meiner Version besonders der Magnet- Schließmechanismus gefällt, weil so die Lasche nicht mehr stört. Und der Ansatz mit dem zersägten Breadboard gefällt ihm sehr. Vielleicht habe ich ihn ja zu einer neuen Version für den Raspi 4 inspiriert ?!

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